Delir bei Demenz? Wie hängen die beiden Erkrankungen zusammen?

Es ist ein Albtraum für jeden, der einen Demenz-Erkrankten zuhause pflegt. Die Person wird nachts unruhig und die Sprache macht keinen Sinn mehr. Eine Kommunikation von Bedürfnissen wird unmöglich und es kommt beiderseits zu Frustration. Ist dieser Zustand noch normal? Ab wann sollte man sich Sorgen machen? Handelt es sich schon um ein Delir bei Demenz? Diese Fragen wollen wir in unserem heutigen Beitrag näher beleuchten.

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Die Unterschiede und Abgrenzung zwischen Demenz und Delir können manchmal ganz schön verwirrend sein.

Was ist eigentlich ein Delir?

Bei einem Delir handelt es sich um einen akuten Verwirrtheitszustand. Meistens liegt diesem eine organische, also körperliche Ursache zugrunde. Begleitet wird die Verwirrung von einer Bewusstseinstrübung und kognitiven Einbußen. Bei dem Delir handelt es sich um eine der häufigsten Komplikationen bei Demenzerkrankungen. Ein Delir kommt insbesondere bei alten Leuten sehr häufig vor. Es wird vermutet, dass ca. 10-30% der Ü-65 Patienten bereits bei Einlieferung ins Krankenhaus ein Delir haben. Der Grund, warum das Delir als Durchgangssyndrom bezeichnet wird, ist vor allem, dass es oft akut anfängt und nach einer gewissen Zeit auch wieder vorbeizieht.

Warum bekommen Patienten ein Delir?

Ein Delir kann verschiedenste Ursachen haben. Einer der häufigsten Gründe bei älteren Patienten ist, dass sie zu wenig getrunken haben und der Wasserhaushalt des Körpers leer ist. Das liegt meistens am geringerem Durstempfinden im Alter. Das Durstgefühl, dass an die Flüssigkeitsaufnahme erinnert, schwächt sich im Alter ab, trotzdem müssen wir gleich viel Wasser zu uns nehmen und es kommt zu einem Defizit.

Ein weiterer Grund für ein Delir sind Infekte. Oftmals handelt es sich um eine Lungenentzündung oder einen Harnwegsinfekt. Ein anderer Grund, der gerade bei Demenz-Patienten hinzukommt, sind neue Medikamente oder eine höhere Dosierung von Medikamenten. Im Krankenhaus kommt es oft nach Operationen oder Eingriffen zum Delir.

Was haben nun Demenz und Delir miteinander zu tun?

Oft ist es gerade bei Demenzpatienten schwierig zu überwachen, wie viel tatsächlich getrunken wird und auch Infektionen kommen häufiger vor. Nun ist es auch gerade bei Demenzpatienten schwierig zu unterscheiden, ob es sich um ein Fortschreiten der Demenz handelt oder um ein Delir. Hier haben wir ein paar erste Anhaltspunkte zusammengefasst:

Das Delir fängt meistens akut an, oftmals nachts von einem Schlag auf den Anderen. Patienten haben einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus und sind dementsprechend nicht zeitlich orientiert. Die Verwirrtheit und Symptome verändern sich über den Tag. Man unterscheidet 2 Formen von Delir:

  • Das hyperaktive Delir: Es zeichnet sich durch Unruhe und teilweise Aggressivität aus. Es kommt zu einer erhöhten Körpertemperatur, wechselnden Blutdruck und einem erhöhten Herzschlag.
  • Häufiger ist das hypoaktive Delir. Es kommt zu einer Verlangsamung des Patienten bishin zur Lethargie. Die betroffene Person wirkt wie gelähmt.

Die Demenz hingegen beginnt nicht einfach plötzlich. Sie ist eine fortschreitende Erkrankung und der Verlauf ist schleichend. Außerdem zeigt sie sich über den Tag relativ stabil.

Was kann man bei einem Verdacht auf Delir bei Demenz tun?

Wenn SIe den Verdacht haben, dass Ihr Angehöriger ein Delir bei Demenz entwickelt, sollten Sie als erstes mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin sprechen. Frag Sie nach, ob der Patient neue Medikamente bekommen hat oder die Dosierung in der Zwischenzeit verändert wurde. Versuchen Sie, zusätzlich herauszufinden, ob die Person vielleicht zu wenig getrunken hat oder Fieber zeigt. Ein Delir sollte immer im Krankenhaus behandelt werden, um die Ursache zu finden und zu behandeln. Denn desto schneller das Delir behoben wird, umso besser geht es letztendlich dem Patienten.

Im Krankenhaus selbst können Sie auch mithelfen. Es ist wichtig, den Patienten regelmäßig zu berühren und ihn zurück ins Hier-und-Jetzt zu holen. Das können Sie zum Beispiel durch eine Uhr oder einen Kalender an der Wand. Der Patient braucht eine ruhige Umgebung und es hilft, eine vertraute Person bei sich zu haben.

Was kann ich tun, damit mein Angehöriger kein Delir bei Demenz entwickelt?

  • Auf genug Flüssigkeit achten! Eine Trinkflasche oder Erinnerungen an das Trinken können Wunder bewirken.
  • Angehörigen im Verhalten beobachten und bei Verdacht auf ein Delir direkt den Arzt oder das Krankenhaus kontaktieren.
  • Den Medikamentenplan kennen und insbesondere bei neuen Medikamenten in den nächsten Wochen auf das Verhalten achten.

Wo finde ich noch mehr Informationen zum Thema Delir bei Demenz?

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